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Freistellungsprojekt Veitsberg


Am nordwestlichen Rand des Albtraufs bei Dittersbrunn ragt der Veitsberg (oder Ansberg) 460m hoch über dem Maintal. Wegen seiner exponierten Lage gilt er als “Hausberg“ des Marktes Ebensfeld ähnlich wie der “größere Bruder“ Staffelberg (560m) für Bad Staffelstein. Noch vor 20 Jahren war die Bergkuppe mit der St.-Veits-Kapelle und den umgebenden berühmten Lindenkranz von mehreren Seiten zu sehen. Der Veitsberg wurde 1995 noch als überregional bedeutsam für den Arten- und Biotopschutz eingestuft. Diese Bedeutung drohte er zu verlieren. Die immer kleiner werdenden offenen Bereiche an den Hängen waren verbracht und werden von hohen Gehölzen stark beschattet.
Die Freistellungsmaßnahmen sind inzwischen abgeschlossen. Der Südhang wurde komplett entbuscht und soll nun über Koppelschafhaltung dauerhaft offen gehalten werden. Die Bäume am West- und Nordhang wurden auf Stock gesetzt, wodurch eine freie Rundumsicht möglich ist. Entgegen der Befürchtung erwiesen sich die alten, zu Bäumen durchgewachsenen Ahornstöcke als sehr vital und trieben bereits wieder aus, wie es für die Initialphase der Niederwaldwirtschaft üblich ist. In einigen Jahren wird dann der nächste Stockhieb nötig werden. Die Hochfläche wurde naturschutzfachlich aufgewertet durch die Umwandlung des großen Ackers in extensives Grünland. Um diese Entwicklung zu beschleunigen, wandte der LPV 2006 das „Heudruschverfahren“ an. Zunächst werden zwar noch Ackerwildkräuter und Ruderalpflanzen dominieren, aber bereits 2008 sollten sich erste positive Wirkungen zeigen und bald eine bunte Blumenwiese das Herz der Besucher der St.-Veits-Kapelle erfreuen.
2011 - Weiterentwicklung des Veitsberges
Im Rahmen des BayernNetz Natur-Projektes "Trockenbiotopverbund Staffelberg", das der LPV als Träger sehr erfolgreich bearbeitete, konnten auch die naturschutzfachlich bedeutsamen Bereiche des Veitsberges saniert werden. Dort war die Verbuschung schon bedrohlich fortgeschritten. Durch das beherzte Eingreifen insbesondere der Männer der Feuerwehr Dittersbrunn um Stefan Batz konnte die aber wieder zurückgedrängt werden. Nun muss die regelmäßige Nutzung für Offenhaltung sorgen. Die ersten Jahre werden wir hier noch begleitend tätig werden. Die Mahd der Hochfläche (noch vor wenigen Jahren ein Acker (!), den wir mittels Heudrusch-Verfahren zur Magerwiese umfunktionieren konnten) funktioniert schon sehr gut.
2014 - Der Veitsberg ist nun Teil des Folgeprojekts BNN "Weidelandschaft Obermain". Nach dem Ausfall der Schafbeweidung wurde der Ausbau der extensiven Rinderbeweidung an den Hangflächen vorangetrieben. Aber auch Schafhaltung wird seit 2017 im westlichen Teil wieder praktiziert.