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Schilfmahd in Marktgraitz



Derzeit findet wie angekündigt eine Teilflächenmahd der Schilffläche auf einem Grundstück der Marktgemeinde Marktgraitz statt. Hintergrundinformationen zur Notwendigkeit der Maßnahme finden Sie hier. Momentan ist der Zeitpunkt sehr günstig - die Vogelbruten sind abgeschlossen und das heuer extrem trockene Jahr erleichtern zum gegenwärtigen Zeitpunkt die Arbeiten in dem normalerweise mit Staunässe belegten Gelände. Leider ist das gemähte Grüngut nicht verwertbar, auch unser Weiderinderhalter vor Ort im BNN Weidelandschaft Obermain hat davon Abstand genommen. Die Rinder hätten zwar bei Beweidung einen Teil des noch frischen Grüns gefressen, aber nicht im gemähten Zustand. Aber das wäre nicht zielführend gewesen, da viel organisches Substrat bei Beweidung niedergetrampelt worden wäre. Und gerade die Entfernung der sich seit langem aufgehäuften organischen Substratschicht ist ein Ziel der Maßnahme.
Ich möchte an dieser Stelle mal meine Meinung zum Thema Schilf zusammenfassen:
Schilfflächen stellen zwar gesetzlich geschützte Biotope dar, sind aber m.E. an solchen Stellen, also Landbiotopen, in Schranken zu verweisen.
Schilf ist eine so dominate Art, dass kaum weitere andere Pflanzenarten unter ihr Platz haben. Die noch orchideenreichen Wiesen auf extensiven genutzten Flächen im Steinachtal gab es vermutlich auch hier, wie Restvorkommen an den Randbereichen mit dem Breitblättrigen Knabenkraut zeigen. Auch darum geht es bei der Pflegemahd. Es muss einer Ausbreitung von Schilf, die auch in benachbarte VNP-Flächen erkennbar ist, Paroli geboten werden, um die artenreicheren Wiesenlebensräume zu erhalten.
Auch das Steinachtal ist ein Natura-2000-Gebiet, für das unsere neue Gebietsbetreuerin Rebekka Mayer zuständig ist und an die Sie sich bei Rückfragen wenden können.
Da es bei diesem Eintrag um persönliche Einschätzungen geht: dieser Beitrag wurde eingestellt von Gerhard Hübner, für Rückfragen stehe ich gern zur Verfügung.