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Der Graitzer Spitzberg


Der Graitzer Spitzberg ist ein beliebtes Ausflugsziel in der Marktgemeinde Marktzeuln, führen doch mehrere Wanderwege über diese Anhöhe, von der man einen fantastischen Ausblick nach Süden ins Steinach- und Maintal hat. Darüber hinaus ist er ein wichtiger Trittstein im Trockenbiotopverbund, denn er beherbergt Magerrasen auf dolomitischer Arkose im Untergrund. Inzwischen gefährdete Zeigerarten wie der Silberbläuling oder der Heide-Grashüpfer und Pflanzen wie Kalkaster, Mücken-Händelwurz und Manns-Knabenkraut kommen hier noch vor. Bis Mitte der 2000er Jahre wurde die Kuppe noch mit Ziegen beweidet und offen gehalten.
Nach der Aufgabe verbuschte das Gebiet zusehends mit Lebensraumverlust für das dortige spezialisierte Arteninventar. Da es nicht zum BNN-Projektgebiet gehörte, wurde dieser Zustand dem Projektleiter erst bei einer naturkundlichen BayernTourNatur-Exkursion 2017 bekannt, die von diesem Startpunkt zum Berglein Marktgraitz führte. Unter den Teilnehmern waren auch etliche Markzeulner dabei, und die Anregung des Projektleiters, dass hier dringend was geschehen müsste, fand allgemeine Zustimmung.
Gesagt, getan: Das Projektgebiet wurde erweitert, problemlos, da es mit den Trockengebieten Marktgraitz (Projektgebiet) in engen räumlichen Zusammenhang (Biotopverbund) steht. So wurde ein geförderter Ankauf von drei Flurstücken durch die Gemeinde möglich. Und die eigentlich schwierige Konstellation, dass sich der Trockengebietsanteil aus acht Teilflurstücken mit ursprünglich sieben Eigentümern zusammensetzte, löste sich in wunderbarer Weise. Alle übrigen Eigentümer waren mit einer Freistellung der Kuppe einverstanden und stimmten einer Folgepflege durch Beweidung zu, und das ohne Pacht oder anderweitige Entgeltforderung. Offenbar liegt ihnen die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands am Herzen. Seit 2018 wird nun auf Initiative des BNN-Projekts dort wieder mit Ziegen beweidet. Die Unterstützung geht sogar so weit, dass ein Eigentümer die Ziegen während der kurzen Weidephase im Sommer mit Wasser versorgt.
Insgesamt ein Vorzeige-Naturschutzprojekt auf freiwilliger kooperativer Basis.

Ansprechpartner


Gerhard Hübner

Leitung und Abwicklung von BayernNetzNatur-Projekten

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